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Heimatgeschichte - Heimatkunde - Brauchtum: alles Be-
griffe, die mich seit meiner Kindheit faszinieren, mich in ihren Bann ziehen, oft fast zum Beruf, aber auf jeden Fall zur Berufung wurden.

Alles begann damit, dass mir mein Vater, er war Revier-
förster in Pforzheim, noch vor meiner Einschulung draußen im Wald die damals verwilderte Burgruine Liebeneck zeig-
te. Ich war fasziniert und wurde infiziert, die Heimatkunde (dieses Unterrichtsfach gab es damals noch in der Schule) lässt mich seitdem nicht mehr los.

Die Geschichte der Stadt Pforzheim war mir bereits als Zehnjährigem so geläufig wie anderen Altersgenossen die Fußballregeln. Der Umzug nach Hockenheim (mein Vater übernahm das dortige Forstrevier) fiel mir zunächst schwer - bis ich anlässlich der 1200-Jahr-Feier (1969) in der Fest-
schrift blätterte und in der Jubiläumsausstellung das Heimatbuch entdeckte.

Schnell stellte ich fest, dass die wechselvolle Hockenheimer Geschichte sehr eng mit der von Reilingen verbunden ist, aber auch mit der Historie von Schwetzingen, Speyer, Mannheim oder Heidelberg. Das Interesse für die Geschichte der ehemali-
gen Kurpfalz war ebenso geweckt wie für die spannende Vergangenheit des Fürst-
bistums Speyer (immerhin gehörte meine Geburtsstadt Pforzheim wie auch meine spätere Heimatstadt Hockenheim und mein heutiger Wohnort Reilingen einst zum Altbistum Speyer).

Nach meiner Lehrzeit in Trier (was für eine Stadt!) - ich erlernte nach dem Schulbe-
such den Beruf des Hotelkaufmanns - studierte ich zunächst an der Fachhochschule des Landes Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen Wirtschaftswissenschaften, um dann nach erfolgreichem Studienabschluss an der Universität Heidelberg weiter zu studie-
ren - keine Frage: Geschichte und Geographie. Außerdem belegte ich - um meine Kenntnisse weiter zu verteifen - noch zwei Seminare an der FU Berlin mit den Schwerpunkten Fremdenverkehr und Marketing.

In der Sollingstadt Uslar im Weserbergland gelang es mir bereits als Berufseinstei-
ger, Akzente für die Bereiche Fremdenverkehr, Kultur und Heimatpflege zu setzen. Die damals noch unbekannten Rundgänge mit dem Stadtwächter wurden zu einem nie erwarteten Erfolg. Das angedachte Promotionsthema "Kommunale Entwicklung im Fremdenverkehr - gezielte Wirtschaftsförderung am Beispiel des Zonenrandgebie-
tes" wurde vor Ort praxisnah erlebt und umgesetzt.

Zurück aus Niedersachen in der heimatlichen Kurpfalz und einer mehrjährigen Tätig-
keit als Zeitungsreporter, Redakteur und Fachjournalist für Touristik, Geschichte und Museen sorgte ein schwerer Motorradunfall für eine Zäsur im gewohnten Alltag. Eine glückliche Fügung verschaffte mir eine Arbeitsstelle als Pressereferent bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten in Mannheim, wo ich noch heute in Teilzeit beschäftigt bin.

Die Heimat- und Brauchtumsforschung bestimmte in all den Jahren die Freizeit, erste Bücher wurden veröffentlicht, Fachartikel erschienen in Zeitungen, Wochenblätter und Zeitschriften. Der bereits 1988 begonnene Aufbau eines Archivs für historische Auf-
nahmen, Fotos und Landkarten wurde nach 1994 intensiviert. Als Regionalhistorio-
graph (früher wurden solche Leute "Geschichtsschreiber" genannt) habe ich außer-
dem in all den Jahren eine umfangreiche Sammlung von Geschichte(n), Berichten und anderen Veröffentlichungen zum Thema Heimatkunde und Brauchtum aufgebaut, und die - dank vieler Gespräche mit alten Menschen - noch immer weiter wächst.

Viel Spass und Vergnügen bereiten mir und meinen Gästen/Teilnehmern immer wie-
der die Ausflüge in die Heimat(-Geschichte) der Landschaft zwischen Pfälzer Wald und Odenwald, Bauland, Hohenlohe und Kraichgau, lade zu Vortragsveranstaltungen, Dia- und Filmabende ein - oder werde sehr oft auch dazu eingeladen. Besonders gern bin ich bei Seniorennachmittage zu Gast, freue mich aber auch über die abwechs-
lungsreichen Unterrichtsbesuche/Exkursionen in Schulen oder Jugendgruppen.

Im Herbst 1998 schließlich das alles entscheidende Erlebnis: Nach einem faszinie-
renden Rundgang mit dem Nachtwächter von Regensburg war für mich eine histori-
sche Figur gefunden, um das in vier Jahrzehnten angesammelte Wissen lebendig und (schau-)spielerisch weitervermitteln zu können. Zunächst nur einige Male im Jahr gehören heute die Nachtwächter-Rundgänge fest zu meinem wöchentlichen Termin-
kalender. Aus den zunächst rechtsrheinischen Anfängen folgte bald der Sprung über den, die Region prägenden, Strom nach Speyer - der Stadt, die mich bereits seit 1967 fasziniert, und seit meinem späteren Schulbesuch begeistert. Übrigens keine Frage, dass meine vier Kinder alle in der Domstadt geboren wurden, teilweise dort zur Schule gingen, ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisteten oder aktiv im Domchor mitsingen.

Heute gehört der Nachtwächter zwar nicht mehr so wie der Dom oder das Altpörtel zu Speyer, aber Einheimische wie Gäste und Besucher aus aller Welt nehmen im-
mer wieder gerne an den Erlebnisrundgängen teil, die als historische Zeitreise das Leben im alten Speyer lebendig werden lassen. Groß ist das Interesse aber auch in Reilingen, Hockenheim, Schwetzingen, Wiesloch oder Ladenburg, wenn dort im Rahmen eines Ausfluges Rundgänge mit mir angeboten werden.

Dank langjähriger Erfahrungen, Recherchen und Forschungen kenne ich als aktiver Heimatkundler und Historiograph aber nicht nur die Geschichte der Region zwischen Odenwald, Bauland, Kraichgau, Pfälzer Wald und den Vogesen, sondern auch Brauchtum und Traditionen, sowie die lukullischen Geheimnisse aus Küchen und Keller.

Inzwischen längst zum NACHTWÄCHTER VON SPEYER geworden, werde ich in meinem Tun und Wirken kräftig unterstützt von meiner Frau Regina, die in der Amts-
und Schreibstube der Nachtwächterey im badischen Reilingen (einst zum Altbistum Speyer gehörend ist man von dort in etwa 10 Minuten direkt vor dem Dom in Speyer) Anmeldungen entgegennimmt, Termine koordiniert oder Anfragen bearbeitet. Und auch die Töchter Barbara und Daniela, sowie die Söhne Christoph und Alexander werden schon mal bei Themen- und Sonderrundgängen aktiv (auch wenn sie das "Treiben" ihres Vaters hin und wieder schon mal "echt peinlich" finden), um das obli-
gatorische Geleit- und Schutzgeld, den "Schutzer", zu kassieren, oder kulinarische Leckereien und Getränke aus alter Zeit anzubieten und auszugeben.

Eben genauso wie früher, als auch die Familien der historischen Nachtwächter beim beschwerlichen Tagwerk mithelfen mussten!

So freuen wir uns alle auf Ihre Teilnahme an einem der
Nachtwächter-Rundgänge in Speyer
- oder auch an einem der anderen Ort.


Seien Sie nachtwächterlich herzlich gegrüßt !

Ihr

Otmar Geiger und Familie


Die Nachtwächter-Familie Geiger
(es fehlt der fotografierende Sohn Alexander)


oben
Mitgliedschaften

Historischer Verein
der Pfalz e.V.

Verkehrsverein Speyer e.V.

Landesverein
Badische Heimat e.V.

Verein für Heimatgeschichte Hockenheim e.V.

Freunde Reilinger
Geschichte e.V.
Funktionen

Geprüfter Stadt- und Gästeführer der Stadt Speyer

Stadt- und Gästeführer
in Hockenheim, Wiesloch,
Ladenburg und Schwetzingen

Wersauer Burgvogt
der Gemeinde Reilingen
Tätigkeiten/Aufgabengebiete

Stadtführungen und Ausflugsbetreuung

Heimat-, Wirtschafts- und Regionalgeschichte der Metropolregion Rhein-Neckar
(Kurpfalz - Fürstbistum Speyer - Großherzogtum Baden)

Regionalhistoriograph

Familienforschung

Autor für Regionalia, Reiseführer und Heimatbücher (mehr)
Referenzen
(bisherige Gruppen)